Die Kategorie "Projekte"

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Artikel zu offiziellen Projekten von Freetime Productions.

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Status: FaMIs @ work

Seit einigen Monaten arbeite ich jetzt schon – mit zahlreichen längeren Unterbrechungen – an einem Film, der auf eine witzige Art den Alltag von Bibliothekaren illustrieren soll. Grundsätzlich basiert das gesamte Projekt auf einer medialen Abhandlung von Jürgen Pilieningers “Typologie von Benutzern: eine Realsatire“.

Das Drehbuch dazu haben die Mädels und Jungs, um deren Abschlussprojekt es sich im dritten Lehrjahr handelt, komplett selbst verfasst. Mir oblag und obliegt auch immernoch die Regie, die Kameraführung, der Schnitt und letztendlich die Schaffung eines abgabefähigen Endproduktes. Natürlich war nicht nur für sie, sondern auch für mich die Produktion eines solch relativ umfangreichen Films fast ohne Improvisation oder gar Moderationen, etwas völlig Neues. Nicht zuletzt im Schnitt fielen mir dann auch durchaus eigene Defizite auf, die vor allem das resultierende Bild in der Kamera betreffen. Klar könnte man das jetzt darauf schieben, dass ich sie nicht dauerhaft parat hatte, kaum Einarbeitungszeit da war und generell die Technik nicht optimal sei. Schließlich habe ich mich früher auch immer aufgeregt, wenn mal jemand anderes gefilmt hat und ich es lieber ganz anders gehabt hätte. Doch arbeitet man selbst an etwas, das man so noch nie gemacht hat, fällt einem auch erst einmal auf, wie schwer es ist sich von jetzt auf gleich an darauf einzustellen und das Beste draus zu machen.

Was mir im Vergleich zu Kinofilmen und Fernsehserien am meisten aufgefallen ist, ist die sogenannte Depth of field, also die Unschärfe abseits dessen was gerade in Szene gesetzt werden soll. Vor allem in den Dialogen zwischen Personen in denen der Hintergrund fast genauso deutlich zu erkennen ist wie die sprechenden Protagonisten selbst, finde ich es sehr ärgerlich. Auch das teilweise arge Wackeln, welches in Sendungen wie der Niko-Show vielleicht nicht so aufgefallen ist, hat mich das ein oder andere Mal fast zur Verzweiflung gebracht. Zwar lässt sich mit dem kürzlich (in der Production Premium Suite) erworbenen AfterEffect einiges richten oder mit Eye-Candy versehen, aber gänzlich ausgleichen lassen sich diese Fehler natürlich nicht.

Trotz allem ist heute der prinzipielle Rohschnitt (außer dem Intro) fertig geworden und ich werde mich die kommenden Wochen, sicherlich zusammen mit unserem Effekt-Experten Dominik, an das Finetuning in Bild und Ton machen und natürlich den Auftraggebern die verschiedenen Zwischenergebnisse zeigen und bewerten lassen.

Soviel also erstmal zum aktuellen Stand. Demnächst gibt es bestimmt auch ein paar Bewegtbilder.

Medienprojekt Down Under

Als unabhängiges, und dennoch im Geiste unter unserem Freetime Productions Label veröffentlichtes Projekt, war die Arbeit für Tourism NT, der staatlichen Tourismusbehörde des australischen Northern Territory, eine der einprägsamsten Erfahrungen meiner bisherigen Medienkarriere. Für gute 2 Monate war ich von September bis Mitte November 2008 quasi im Auftrag der Regierung unterwegs, bewaffnet mit einer Kamera und meinem Laptop, dem Backpacker-Abenteuer dicht auf den Fersen.

Das Ziel dieses Auftrages von Tourism NT und StepIn, einer deutschen Working-Holiday-Agentur, war es, Videos zu produzieren, die für das Northern Territory als Work&Travel-Reiseziel werben. Diese Videos sollten zum einen Teil das gewöhnliche Backpackerleben dreier, gerade in Darwin – der Hauptstadt des Northern Territory – gelandeter Working Holiday Maker der deutschen Öffentlichkeit nahebringen. Zum anderen Teil sollten sie Eindrücke der wunderbaren Landschaft dieses australischen Staates wiedergeben, der trotz der dreifachen Größe Deutschlands nur ungefähr 200.000 Einwohner hat. Dafür wurde Tourism NT – und damit mir – von Panasonic großzügigerweise kostenlos eine Kamera zur Verfügung gestellt. Die Videos wurden dann auf YouTube hochgeladen, dem Medium, dem Tourism NT die größte Massenwirksamkeit zusprach.

Der genaue Inhalt, die Konzeption, die Umsetzung und der Schnitt der Videos wurde komplett mir überlassen, was es auf der einen Seite leichter machte, auf der anderen Seite aber gerade bei den ersten Videos für kleinere Stil-Unsicherheiten sorgte.

Das erste Video sollte eine kleine Einführung werden, in der die Protagonisten vorgestellt werden und ein wenig zur aktuellen Unterkunft und Darwin gesagt wird. Da eigentlich geplant war, dass insgesamt 4 Leute für diese Werbe-Aktion nach Darwin fliegen (3 eigentliche Backpacker und ich als Kameramann), letztenendes jedoch außer mir nur noch 2 Leute mitkamen, kam ich leider in die Situation, selbst mit vor die Kamera treten zu müssen, auch auf mehrfaches Drängen meiner beiden Akteure und Reisegefährten Marlene und Hendrik.


Das nächste Video bekam die Suche nach einem Job zum Inhalt, eines der wichtigsten Themen des durchschnittlichen Working Holiday Makers. Dabei ist anzumerken, dass 2 Versionen des Videos existieren. Da Tourism NT mit der Originalfassung nicht einverstanden war und einen Vertragspartner mit erwähnt haben wollte, wurde das Video noch einmal überarbeitet, und besagter Partner – eine Online-Jobbörse für Backpacker – am Anfang eingefügt. Der, für Backpacker eigentlich üblichere, Gang zu einer Jobagentur vor Ort wurde rausgeschnitten. Dieser Zensur zum Trotz zeigt das Video Hendrik bei seiner Suche nach Arbeit, dem Vorstellungsgespräch, sowie einem Probetag. Die Information, dass er sich letztenendes gegen diesen Job entschieden hatte, bleibt dem durchschnittlichen Zuschauer jedoch verwährt, vermutlich aufgrund ihrer völligen Bedeutungslosigkeit.

Auch hier sind übrigens wieder kleine Stil-Ausrutscher zu finden, was zum Beispiel einige Übergänge angeht.


Hat man genug Geld vor Ort erarbeitet oder von daheim mitgebracht, sucht man sich in Australien besser ein Auto. Zum einen um seine Chancen auf einen Job zu verbessern; viele Arbeitsplätze erschließen sich einem aufgrund der enormen Ausdehnung der Städte  erst nach dem Erwerb eines Fahrzeugs. Zum anderen natürlich, um irgendwann seine sieben Sachen zu packen und in echter Backpacker-Manier einen Road Trip zu starten, der einen quer durch das Land führt.

Im Wissen um die Wichtigkeit des Strebens nach einem fahrbaren Untersatz beschloss ich, das dritte Video der Autosuche zu widmen. Aufgrund technischer Probleme hat sich diesmal jedoch ein kleiner Kontinuitätsfehler eingeschlichen, denn zwischen den Aufnahmen am Anfang und am Ende liegen gute 3 bis 4 Wochen.


Das vierte Video ist eine Besonderheit, da ich dem Stil, den ich bei den ersten drei Videos dann einigermaßen gefunden hatte, absagen und ein komplett neues Konzept finden musste. Das Video entstand im Rahmen einer Tour des Veranstalters Adventure Tours Australia von Darwin nach Alice Springs, vorbei an den eindrucksvollsten Naturerscheinungen des Territory. Diese in angemessener Form in ein Video zu verpacken, erwies sich als nicht gerade leicht und mir wurden allzu oft die Grenzen der mir zur Verfügung gestellten Kamera offenbart. Doch obwohl ich mit der Qualität der einzelnen Aufnahmen nicht ganz so glücklich bin, ist das Resultat recht zufriedenstellend. Einzig die Auswahl der untermalenden Musik lässt meiner Meinung nach zu wünschen übrig. Denn ich musste feststellen, dass es einigermaßen schwierig ist, ein Musikstück für ein knapp neuneinhalb Minuten langes Video zu finden. Und mit mehreren verschiedenen Liedern entstehen oft “merkwürdige Momente” bei den Übergängen, wie ich finde.

Vielleicht noch ein paar Zahlen zu diesem Video: die Bilder entstanden auf einer 9-Tages-Tour von insgesamt ca. 3000 Kilometern (ohne die Zugfahrt); es waren insgesamt ca. 3,5 Stunden Rohmaterial; das Material was man verwenden konnte war ungefähr 1 Stunde lang und musste auf weniger als 10 Minuten gekürzt werden. Der Schnitt dauerte ca. 3 Tage.


Nun zum letzten Video, meinem perönlichem Liebling. Mit 9:59 Minuten Laufzeit das längste der fünf Videos. Es zeigt Marlene bei der Arbeit auf einer Cattle Station (Rinderfarm), ihrem persönlichen Traumjob. Leider war ich zu der Zeit, als noch mit den Tieren gearbeitet wurde, gerade auf der 9-Tages-Tour und anschließend mit dem Schnitt beschäftigt. Als ich die Station erreichte, begann man gerade mit Fencing, dem Reparieren und Ziehen von Zäunen mitten durch das weite, unbewohnte Land. Diese Arbeit war zwar nicht minder anstrengend, jedoch um einiges weniger spannend anzusehen als zum Beispiel wilde Verfolgungsjagten mit riesigen Bullen über Stock und Stein, in alten, doch robusten Jeeps, und das anschließende Einfangen und Verladen besagter Bullen. Eine kleine Kostprobe davon durfte ich erleben, jedoch ergab sich daraus kein Material, das man im Video hätte verwenden können.

Dennoch bin ich sehr zufrieden mit meiner Arbeit an diesem Video, auch mit der musikalischen Untermalung, bei der mich Marlene auf die richtige Spur gebracht hatte. Das ursprüngliche, knapp 15-minütige Video musste für YouTube leider wieder auf 10 Minuten gekürzt werden, was ich aus Zeitgründen im Auto auf der Fahrt zurück nach Darwin machen musste, um das Ergebnis dann in Darwin gleich abgeben zu können.


Abschließed bleibt nur zu sagen, dass es eine lohnenswerte Erfahrung war, die alle Beteiligten gleichermaßen zufriedengestellt hat. Und als mein erstes wirklich eigenständiges Projekt, konnte ich dabei sehr viel lernen, meine Arbeitstechnik weiter verbessen und bekam einen ersten Eindruck, wie das Leben als Kameramann ausschauen kann, d.h. Aufträge in fernen Ländern, individuelle Anpassung der Arbeit an die Voraussetzungen und Wünsche der Auftraggeber, und nicht zuletzt das Abliefern von Bildern, mit denen sowohl die Klienten zufrieden sind, als auch ich persönlich.


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